CMS-Vergleich

CMS Systeme im Vergleich


Es ist nicht lange her, da wurden Webseiten noch offline erstellt,
offline bearbeitet und gepflegt, und dann via FTP auf einen Server geladen.
Die Dynamik einer Website hat sich inzwischen auf die Online-Pflege verlagert.
Diese sogenannten Content-Management-Systeme (CMS) arbeiten in aller Regel mit PHP Code,
und entnehmen die dynamischen Inhaltsdaten einer relationalen Datenbank,
meist einer SQL Datenbank.

Mit „Relation“ ist in etwa das gemeint, was passiert, wenn man ein Lexikon aufschlägt.
Die Stichworte sind alphabetisch geordnet, Stichwortsuche geht also schnell.
Man könnte auch ein zweites Lexikon anfertigen,
das Artikel nach Datum anordnet.
Und ein drittes Lexikon, das nach Autoren sortiert.
Das wäre dann eine relationale Datenbank mit drei Tabellen.

PHP ist eine Scriptsprache, sie wird in einer kontrollilerten Laufzeitumgebung,
dem Interpreter, ausgeführt.
C oder Pascal Programme werden compiliert, abgespeichert und als Maschinencode ausgeführt.
Das sind also Compiler-Sprachen.
Compiler Sprachen laufen deutlich schneller und effizienter ab.
PHP könnte natürlich genauso als Maschinencode ablaufen.
Tut es aber nicht, wegen der Kontrolle.
Bei jedem Provider laufen tausende PHP Programme.
Und damit diese Programme immer brav sind, und nichts machen,
was nicht erlaubt ist, laufen die eben in einer Laufzeitumgebung.

In aller Regel erzeugen CMS die Websites dynamisch.
Es kommt also zu einer Datenbankabfrage,
aus Inhalten und Templates wird HTML erzeugt,
und dieser an den Browser geschickt.
Es gibt aber auch Systeme, die statisches HTML erzeugen und diesen auf dem Server ablegen.
Solche Systeme entlasten den Server, und haben ihre Stärken bei hohem Traffic.

Sinn und Zweck eines CMS ist die interne Verwaltung und Strukturierung von Inhalten,
Texten, Fotos, Videos, Downloads etc.
Dabei wird zwischen der Strukturierung der Inhalte für den Autor im Backend,
und der Strukturierung für den Leser im Frontent unterschieden.

Über Layout-Editoren bietet das CMS die Möglichkeit, diese Inhalte per Drag und Drop
zu einer Webseite zusammenzusetzen.
Zusammen mit einem Template ergibt sich dann das eigentliche Layout.
Die Gesamtheit aller Webseiten bildet dann die Website, die von von einem CMS verwaltet werden kann.
Durch die Zuweisung von Benutzerrechten kann eine solche Website von vielen Autoren bearbeitet werden.
Durch Kommentarfunktionen können auch Besucher der Website zu „Autoren“ werden.

Ich stelle hier einige unter Open-Source Lizenz stehende Systeme vor.
Darüber hinaus gibt es jede Menge kostenpflichtiger CMS Systeme.
Sowie eine große Vielfalt an vorinstallierten Hompage-Baukasten-Systemen.

Bekannte CMS Systeme sind:

WordPress
Basierend auf PHP, MySQL oder MariaDB, erschienen ab Mai 2003
Das Backend ist sehr übersichtlich und einfach.
Das System ist praktisch selbsterklärend.
Man braucht keine Literatur, um sich einzuarbeiten.
Im Backend ist die Seitentaufauflistung und die Bilder-Medien Verwaltung flach,
also nicht in Verzeichnisse gegliedert.
Bei sehr großen Websites verliert man da leicht die Übersicht.
Das System wurde ursprünglich als Blog-Software mit Kommentarfunktion konzipiert,
ist aber inzwischen sehr gut für den Aufbau von kleinen und mittleren Websites geeignet.
Natürlich vermisst man viele Details im Vergleich zu einem System wie Contao.

Aber diese Details sind in aller Regel verzichtbar, oder man muß selbst Hand anlegen,
und etwas HTML/CSS/PHP bearbeiten, oder ein passendes Plugin besorgen.
WordPress hat eine große Community.
Das System ist mein Favorit, ich verwende es selbst.
WordPress ist praktisch, einfach und gut.
WordPress steht unter GNU General Public License

Contao
Basierend auf PHP/MySQL, erschienen ab 2006.
Das Backend ist sehr strukturiert, der Seitenaufbau sowie Bilder-Medien-Verwaltung
ist in Verzeichnissen gegliedert.
Bilder können auch über FTP in Verzeichnissen geladen werden,
und werden vom System erkannt.
Das System ist auch für sehr umfangreiche Websites geeignet.
Die Fülle an Einstellmöglichkeiten ist fast unbegrenzt.
Die Einarbeitung geht es nicht ganz ohne Literatur.
Contao steht unter LGPL Lizenz.
Ich habe es selbst einige Zeit benutzt und finde es sehr gut.

Joomla
Basierend auf PHP, MySQL oder Microsoft SQL oder PostgreSQL, erschienen ab 2005
Joomla ist ein sehr umfangreiches System, und besonders gut für den Aufbau großer Websites geeignet.
Durch eine komplexe Benutzerverwaltung mit individuell zuweisbaren Benutzerrechten ist es besonders gut als Autorensystem mit vielen Autoren geeignet.
Bei Joomla steht eine Trennung zwischen der funktionalen Struktur der Medieninhalte und Texte im Backend, sowie der Darstellung, dem Layout, und der Struktur im Frontend, im Vordergrund.
Joomla steht unter GNU General Public License Lizenz.


Typo3
Basierend auf der Skriptsprache PHP.
Datenbank ist ein abstrakten Rahmen namens Doctrine.
Das nennt sich auch „Datenbankabstraktionsschicht“
über den dann auf die eigentliche Datenbank, z.B. MySQL und viele andere, zugegriffen werden kann.
Erschienen ab 2001
Typo3 ist ein sehr komplexes System, mit großem Einarbeitungs-Aufwand,
und eher für große Projekte mit vielen Autoren geeignet.
Typo3 steht unter GNU General Public Licenz


Drupal
Basierend auf PHP, mit Datenbank MySQL/MariaDB/PostgreSQL.
Erschienen seid 2000.
Drupal ist ein sehr interaktives CMS, das mit seinen Möglichkeiten über das hinausgeht,
was ein Blog-System mit Kommentarfunktion anbietet.
Nutzer können eigene Blogs anlegen, und damit eigene Diskussionen anregen.
Es geht damit ein wenig in Richtung eines Forensystems.
Drupal bietet die Möglichkeit, eine Kommunität aufzubauen.
Drupal steht unter GNU General Public Lizenz.

phpBB
Und zum Schluß noch phpBB, eigentlich ein Forensystem, und kein CMS.
Während ein CMS Inhalte in einem Backend verwaltet, findet in einem Forensystem die Verwaltung der Inhalte weitestgehend im Frontend statt.
Wenn man über dieses Detail hinwegsieht, ist ein Forensystem aber im Grunde auch eine Art CMS.

Basierend auf PHP, MySQL, PostGreSQL.
Forensysteme sind im allgemeinen sehr viel übersichtlicher und geradezu selbsterklärend strukturiert,
als das bei vielen CMS der Fall ist.
Um sie zu verstehen, muß man keine Literatur wälzen, sie sind selbsterklärend.
Und das gilt auch für phpBB.
Wer eine Community aufbauen will, zu irgendeinem Thema, einer gesellschaftlichen Gruppe, einer Initiative, kommt um ein Forensystem nicht herum.
PhpBB ist dafür die richtige Wahl, es kann alles was man braucht.
phpBB steht unter GNU General Public Lizenz.


Veröffentlicht am 8.12.2022.
© 2022 Matthias Heller